|
Seniorenwandergruppe Salenstein

Berichte
Seniorenwanderung
vom
10. Oktober 2025
Herbstlich feucht von leichtem Nebel, welcher die wärmende Sonne verbirgt, so zeigte sich uns der Freitagmorgen. Wir starteten nach einer kurzweiligen Anfahrt mit Bahn und Bus in
Jonschwil.
Von der Haltestelle Winkel ging es durch ein modernes Einfamilienhausquartier leicht bergan. Wir verliessen bald die Siedlung und wanderten weiter über Feldstrassen, vorbei an einer neu gestalteten Biosphären-Ausgleichsfläche mit Weihern und begrünten Kiesflächen. Die Weiler Hori und Berg kreuzten wir kurz und erreichten durch den Wildbergwald den Weiler Wildberg. Im Restaurant Wildberg wurden wir mit feinem Kaffee und Schlorzifladen verwöhnt; eine geschenkte Aufmerksamkeit von Jakob Ilg anlässlich seines Geburtstages. Nach dieser willkommenen Stärkung lockte erneut der Wald. Es roch modrig-herbstlich, im Unterholz breiteten sich die vielfältigsten Pilze aus. Der Abstieg gestaltete sich schwierig, der Waldweg und die Treppenstufen waren feucht und schmierig. Dank Wanderstöcken und helfenden Händen erreichten wir alle wohlbehalten Oberrindal. Über den Rindalbach und eine fette Weide bis zum Weiler Winklen ging es sanft bergan. Kurz darauf begann der intensive und kräftezehrende Aufstieg durch Chnübis bis zum Winzenberg. In der «Frohen Aussicht» genossen wir, zusammen mit den Kollegen der Gruppe 2, ein feines Mittagessen. Langsam lichteten sich die Nebelschwaden, die ersten Konturen der Churfirsten wurden ersichtlich.
Nach dem Mittagessen wanderten wir gemächlich durch die Weiler Schauenberg und Spilberg. Dank der sich nun langsam stärkenden Sonne hatten wir einen tollen Ausblick in das untere Toggenburg, der Alpstein war jedoch nach wie vor hinter einer Wand aus Dunst und leichten Wolkenfetzen verborgen. Der Abstieg durch den Wald zur Hauptstrasse gestaltete sich erneut schwierig. Zur vorherrschenden Nässe und dem glitschigen Untergrund gesellten sich teilweise dornige Ausläufer von Waldbeeren. Haselsträucher und kleine Buchen halfen uns, ohne Schaden und Stürze die Strasse zu erreichen. Bald zeigte sich die grosse Sägerei mit den unzähligen Bretterstapeln sowie die Landwirtschaftsbetriebe des Klosters Magdenau. Das Kloster wurde im Jahr 1244 bei der Kirche St.Verena gegründet und dient dem Orden der Zisterzienser. Während der Wirren der Reformation wurden die Klosterfrauen um 1530 vertrieben, das Kloster fremdbesetzt und wirtschaftlich ruiniert. Kurz darauf konnte es jedoch wieder errichtet werden; ein Drittel des früheren Konvents nahm das klösterliche Leben wieder auf. Im 18, Jahrhundert wurde die Klosteranlage ausgebaut. 1971 – 1974 wurde das Kloster restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Es ist mit den umliegenden Höfen eine teilautonome Gemeinde. Leider reichte die Zeit für Gruppe 1 nicht, um die Klosteranlage zu besuchen, denn das Postauto mit den bestellten Plätzen stand kurz darauf an der Haltestelle.
Die Wanderer der Gruppe zwei machten erstmal eine Rast im Isebähnli in Bazenheid, welches schon seit 51 Jahren von derselben Wirtin betrieben wird. Die darauf folgende Busfahrt gestaltete sich abenteuerlich. Strassenabschnitte waren durch Holzarbeiten gesperrt und so gab es einen weiträumigen Ausflug. Die Wanderung kam trotzdem nicht zu kurz. Erleichtert erreichte man das Restaurant Frohe Aussicht.
Nach dem köstlichen Mittagsmahl chauffierte der Wirt persönlich die Mannen der Gruppe zwei in Richtung Magdenau. Die Grösse des Klosters ist überwältigend, mit dem vielfältigen Sägerei-Betrieb, der Zisterzienserinnen Abtei, dem Restaurant und den grossen Ländereien. Nach der kulturellen und geschichtlichen Weiterbildung ging es dann zusammen mit Gruppe 1 auf den Heimweg. Nach einer kurzen Fahrt nach Flawil benutzten wir die S1 via St.Gallen-Romanshorn-Kreuzlingen für die Heimreise - dies bei strahlendem Sonnenschein. Der viele Nebel verhinderte heute leider die schönen Ausblicke ins Neckertal und zum Alpstein, dafür gab es etwas Sonne im Glas.
Text: 12.10.2025 / rh / cl


|